emergentes

16 06 2009

gestern war tobias faix am cvjm kolleg und mit ihm konnten wir über das thema emerging church reden. zu dem thema wurde ja schon viel gesagt und geschrieben, deshalb möchte ich hier kurz die sachen erläutern, die mir neu aufgegangen oder wieder bewusst geworden sind.

wir leben in einer übergangszeit von der moderne zur postmoderne. das hat für die ganze gesellschaft auswirkungen, auch für die kirche. organisationen spielen immer weniger eine rolle, dafür wachsen nun immer mehr netzwerke mit einer losen, sich bewegenden struktur. so ein netzwerk ist auch die emerging church. sie ist keine neue kirche, keine gemeindeform, keine neue methode, sondern ein lebendiges netzwerk von menschen die gemeinsam überlegen, wie sich die lokale gemeindearbeit aufgrund der globalen veränderung aussehen kann. und da kommt es darauf an ob ich zb. im dorf, oder in einer großstadt bin, welches millieu mich umgibt. Was es alles für millieus gibt sieht man in dieser studie www.sinus-sociovision.de gut dazu ist auch diese seite: www.milieus-kirche.de

tobias hat auch die art und weise, wie man in deutschland hauptamtlicher wird, mit der ausbildung zum missionar verglichen. um missionar in einem fremden land zu werden, besucht man erst eine missionsschule, dann gibts einen sprachkurs und die kultur des landes wird intensiv studiert, bis man dann nach ein paar jahren in das land gesandt wird. und in deutschland sagt man »wie, was, du willst jugendarbeit machen? super! na dann leg los!« dabei müsste man aber die deutsche kultur ebenso analysieren.

es ist zu erkennen, das großveranstaltungen und durchgestylte evangelisationen an reiz verlieren, echtheit ist gefragt. das wirkt sich zb. darauf aus, wie menschen zum glauben finden. der traditionelle weg ist: ich höre eine predigt > ich entscheide mich aufgrund dessen für jesus > ich gehe in die gemeinde. auch heute ist es so, das es noch viele menschen gibt, bei denen es so abläuft, heute bzw. in der zukunft spielen viel mehr die zwischenmenschlichen beziehungen eine rolle. authentisches leben in der welt > das ganze lässt sich unter dem stichwort „missional“ zusammenfassen.

Daraus resultiert auch eine frage, die sich viele menschen der emerging church stellen: wie lebe ich als christ kontrastgesellschaft in der welt ohne dabei abgesondert zu sein, sondern mitten in der welt zu leben?

wenn sich menschen heute im markt der religiösen möglichkeiten überall bedienen und »am regal der kirche vorbeigehen« (so tobi faix), dann liegt das problem nicht bei den menschen, sondern an der kirche die mittlerweile an den menschen vorbei geht und zum eigenen millieu geworden ist. die sich scheinbar selbst genügt und vom missionsbefehl, vom in die welt gehen nichts mehr weis oder wissen will. eine kirche die mit »in die welt gehen« das aufhängen von werbeplakaten verbindet und rumjammert warum keiner mehr kommt.

weitere infos auf emergent-deutschland.de das emergent-netzwerk in deutschland





techno meets classic

24 02 2009

clubkultur und konzertsäle. ausgelassenes tanzen und ruhiges dasitzen. harte beats und ruhige klänge. partypeople und bildungsbürgertum. dinge die normalerweise nicht zusammenpassen.

you fm vom hessischen rundfunk hat dieses jahr zum dritten mal das experiment gemacht und diese zwei welten zusammengebracht. die idee ist nicht neu, den anfang machte meines wissens nach jeff mills 2006 mit dem Montpelier Philharmonic Orchestra. ich weis nicht ob you fm ihre idee daher hat, ist ja auch egal auf jeden fall ein interessantes projekt.

das konzert von paul van dyk in voller länge

was für mich dabei ein interessanter gedanke für gemeindearbeit ist:
überall wird von zielgruppenspezifischen methoden geredet, sachen ausprobiert, und und und. man will versuchen jede szene in ihrer eigenart zu erreichen. das ist an sich auch nix schlechtes.

aber wo wird das was hier dirigent und dj getan haben in der gemeinde praktiziert? wo wird wirklich versucht verschiedene ineressen auf einen nenner zu bringen? der dirigent spiegelt für mich hier den pastor wieder, der die fäden in der hand hält, der schaut das alles rund läuft. und der dj spiegelt für mich den jugendreferenten wieder, der die jugend und ihre eigenarten repräsentiert.

kann es eine gemeinde schaffen eine solche synphonie zu komponieren und dann meisterhaft zu spielen?





fragen über fragen

1 02 2009

wo komme ich her, wo gehe ich hin, und was ziehe ich dabei an. nein so banale fragen wurden auf der agje-tagung in wuppertal nicht gestellt. vielmehr wurden fragen, die die zukunft der jugendevangelisation betreffen, gestellt. viele christliche promis sollten diese in einer ersten runde beantworten. zb. wurde gefragt, wer denn an einer bekehrung beteiligt ist, ob kommunitäre lebensgemeinschaften zur evangelisation beitragen, ob man jugendliche erreichen kann die nicht im christlichen millieu aufgewachsen sind, ob man ohne worte evangelisieren kann, usw.

die frage, ob man ohne worte evangelisieren kann, war dann auch die top-frage der tagung. es gab keine referate, keine ausgearbeitete konzeption, keine musterlösung wie evangelisation in zukunft zu meistern ist. durch das fragen wurde ich wieder sehr inspiriert, inspiriert immer wieder fragen zu stellen, sachen zu hinterfragen, und antworten zu suchen, und wenn man eine gefunden hat, weiterfragen, nur so bleibt man in bewegung. so kann man meiner meinung nach auch vermeiden, das man als gemeinde, als cvjm stehen bleibt und schließlich stirbt. unsere direktorin fragt uns ab und zu ironisch »was sind die letzten worte der sterbenden christenheit? – das haben wir schon immer so gemacht!«

Dieses Fragen und antworten und weiterfragen und weiterantworten kommt aus der »dropping knowledge« bewegung. www.droppingknowledge.org wikipedia

was fürs auge: dropping knowledge-videos:

hier noch ein paar bilder von der tagung:

AGJE-Tagung 2009




gottesdienste in der postmoderne

16 12 2008

heute habe ich in dogmatik einen vortrag über das thema »gottesdienste in der postmoderne« gehalten. als quelle diente mir ein aufsatz von fritz baltruweit.
kurz gesagt: in den letzten jahrzenten haben die programmmanager von großevents bei der kirche abgekupfert. die kirchen waren einst wahre künstler des dramaturischen ablaufes, der liturgie. heute sollten gemeinden wieder mehr auf großevents schauen und überlegen was sie von den events lernen und auf ihre gemeinde übertragen können. über was sich eventmanager bei veranstaltungen gedanken machen sind folgende punkte:

  • Inszinierung des Raumes

  • gute Dramaturgie

  • Optische eindrücke

  • gute Lichtgestaltung

  • Musik die Botschaft ausdrückt

  • (viele) Symbole

  • Geringer Wortanteil

  • eine Botschaft, die auch in die Athmosphäre passt.

dazu hab ich hier ein video zusammengeschnitten, in dem beispelhaft vier verschiedene events gezeigt sind. achte beim anschuen auf die genannten punkte:

für die gottesdientgestaltung gibt es nun folgende gedankenanstöße für die einzelnen punkte:

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Forum Emergenter Kommunitäten

23 09 2008

so schimpfte sich die veranstaltung, auf der ich mich am letzten wochenende rumgetrieben hab. zusammen mit frauke und mandy von den kasseler jesusfreaks bin ich am freitag richtung ramsdorf gefahren. dort haben sich aus ganz deutschlandn christlichen kommunitäten und lebensgemeinschaften getroffen, um sich auszutauschen, pläne zu spinnen, sich von anderen inspirieren zu lassen und um kontakte zu knüpfen.

da ich ja momentan am kolleg studiere, und somit ebenfalls in einer „christlichen lebensgemeinschaft“ lebe, dachte ich mir das es wohl ganz interessant ist, von anderen zu hören wie die das denn so machen und handhaben.

An dem Wochenende hab ich nicht nur ein paar Ideen für das Kolleg bekommen, nein, ich hab auch viel für mich gelernt, neue leute kennengelernt, inspirationen bekommen, usw. klar ist man nach so einem feuer und flamme für das thema, und so überleg ich grad, ob es nicht für die zukunft cool und wichtig wäre, eine solche lebensgemeinschaft zu gründen und mit jugendarbeit zu verbinden. Die idee kommt nicht von mir, einige Gemeinschaften praktizieren das bereits. (zb: www.anorak21.de)

einer, der dabei war, (der phillip von art4jesus) hatte übrigens ein richtig cooles objektiv dabei mit dem ich ein bisschen rumspielen konnte. hier einige ergebnisse:

Forum Emergenter Kommunitäten




müüüüde

17 09 2008

so, bevor ich mich in die wagerechte begebe noch ein zwei sätze zu den letzten tagen.

die einführungswoche war echt super, auch das feedback der erstis und die reflektionsrunde mit den mitarbeitern und dozenten waren echt prima.

am wochenende war mein kumpel felix zu besuch, es war echt ne gute und gesegnete zeit wo man auch mal wieder länger und intensiver quatschen konnte.

montag war ja geburtstag, war auch echt cool. sonntag nach wurde nach alter kolleg-tradition reingefeiert, die fete ging bis um eins. am tag danach war abends noch ne kleine bottle-party (also jeder bringt was mit und alle greifen zu) die ging auch wieder bis eins. (jetzt verteht ihr die überschrift) aber es hat sich gelohnt, von vielen seiten kamen die glückwünsche, entweder direkt, oder per brief, icq, mail und telefon. an der stelle noch mal ein dickes danke an alle gratulanten und gäste :-) hab mich echt gefreut. den letzte geburtstag am kolleg werd ich wohl so schnell nciht vergessen und das ist nicht negativ gemeint.

nichts desto trotz ist am montag die schule wieder los gegangen. gestartet ist er mit einem gottesdienst in dem das „kolleg-schiff“ auf eine neue fahrt geschickt wurde. ja und jetzt heißt es wieder lesen, lernen, hausaufgaben machen etc. was grad richtig cool ist, das wir in dogmatik schleiermacher und barth dranhaben. schleiermacher ist n theologe aus dem 19. jhd und von pietismus und aufklärung geprägt, zu dem lesen wir grad n paar sachen. es sind n paar coole ansätze drin, aber so 100% kann ich mit dem noch nciht mitgehen. karl barth kommt in den nächsten wochen noch. schaun wir mal wie es wird. ansonsten haben wir politik, recht, gestaltung, jugendlitheratur und didaktik. in jugendlitheratur behandeln wir comics, richtig cool, als leistungsnachweis dürfen wir quasi mit allen uns zu verfügung stehenden mitteln selbst einen kreieren.

am wochenende werd ich mit n paar leuten von den freaks aus kassel zum „forum emergenter kommunitäten“ nach ramsdorf bei leiptzig fahren. dort werden sich einige junge leute gedanken zu christlichen lebensgemeinschaften in der postmoderne gedanken machen. gedanklich bin ich noch am kolleg und nicht in ramsdorf, deshalb hab ich daran grad auch noch keine erwartungen und freue mich über das was ich da erleben werde.

bis dahin mal. gute nacht.





Die Welt ist im Wandel…

25 07 2008

Wenn man sich die Gesellschaft von heute mal anschaut, dann werden wir bemerken, das sich vieles geändert hat. zb. im bereich des design: früher wusste man zb. beim plattenkauf was sich für eine musik hinter dem cover verbirgt. wenn man sich madonna schallplatten aus den 80ern anschaut, und dieses dann mit dem album music vergleicht, dann wird man feststellen, das die 80er cover zur musik passten. bei „music“ sieht das cover aus wie das einer country-band, aber es verbirgt sich dancefloor dahinter.
auch die denkweise vieler menschen hat sich geändert. wärend man früher sagte „wahr ist das was bewisen ist“ gilt heute vielmehr „wahr ist, was ich erfahre“. kirche hat nicht mehr den stand in der gesellschaft, multi-kulti-synkretismus (vielgötterei) an jeder ecke. sie beginnt – die sog. postmodere.

wie kann aber kirche, theologie, gemeinde, jugendarbeit, evangelisation in dieser umbruchphase aussehen? mit diesen fragen beschäftigt sich dieses buch:

zeitgeist

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