gestern war tobias faix am cvjm kolleg und mit ihm konnten wir über das thema emerging church reden. zu dem thema wurde ja schon viel gesagt und geschrieben, deshalb möchte ich hier kurz die sachen erläutern, die mir neu aufgegangen oder wieder bewusst geworden sind.
wir leben in einer übergangszeit von der moderne zur postmoderne. das hat für die ganze gesellschaft auswirkungen, auch für die kirche. organisationen spielen immer weniger eine rolle, dafür wachsen nun immer mehr netzwerke mit einer losen, sich bewegenden struktur. so ein netzwerk ist auch die emerging church. sie ist keine neue kirche, keine gemeindeform, keine neue methode, sondern ein lebendiges netzwerk von menschen die gemeinsam überlegen, wie sich die lokale gemeindearbeit aufgrund der globalen veränderung aussehen kann. und da kommt es darauf an ob ich zb. im dorf, oder in einer großstadt bin, welches millieu mich umgibt. Was es alles für millieus gibt sieht man in dieser studie www.sinus-sociovision.de gut dazu ist auch diese seite: www.milieus-kirche.de
tobias hat auch die art und weise, wie man in deutschland hauptamtlicher wird, mit der ausbildung zum missionar verglichen. um missionar in einem fremden land zu werden, besucht man erst eine missionsschule, dann gibts einen sprachkurs und die kultur des landes wird intensiv studiert, bis man dann nach ein paar jahren in das land gesandt wird. und in deutschland sagt man »wie, was, du willst jugendarbeit machen? super! na dann leg los!« dabei müsste man aber die deutsche kultur ebenso analysieren.
es ist zu erkennen, das großveranstaltungen und durchgestylte evangelisationen an reiz verlieren, echtheit ist gefragt. das wirkt sich zb. darauf aus, wie menschen zum glauben finden. der traditionelle weg ist: ich höre eine predigt > ich entscheide mich aufgrund dessen für jesus > ich gehe in die gemeinde. auch heute ist es so, das es noch viele menschen gibt, bei denen es so abläuft, heute bzw. in der zukunft spielen viel mehr die zwischenmenschlichen beziehungen eine rolle. authentisches leben in der welt > das ganze lässt sich unter dem stichwort „missional“ zusammenfassen.
Daraus resultiert auch eine frage, die sich viele menschen der emerging church stellen: wie lebe ich als christ kontrastgesellschaft in der welt ohne dabei abgesondert zu sein, sondern mitten in der welt zu leben?
wenn sich menschen heute im markt der religiösen möglichkeiten überall bedienen und »am regal der kirche vorbeigehen« (so tobi faix), dann liegt das problem nicht bei den menschen, sondern an der kirche die mittlerweile an den menschen vorbei geht und zum eigenen millieu geworden ist. die sich scheinbar selbst genügt und vom missionsbefehl, vom in die welt gehen nichts mehr weis oder wissen will. eine kirche die mit »in die welt gehen« das aufhängen von werbeplakaten verbindet und rumjammert warum keiner mehr kommt.
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